Zürich verwandelt sich auf Roger Freis Bildern in eine märchenhafte Stadtlandschaft. Weiches Licht scheint durch die Strassen und um die Gebäude zu fliessen. Zürich leuchtet.

Die Bilder der Serie „Highlights“ zeigen die Stadt aus erhöhter Perspektive. Mit einigem organisatorischen Aufwand hat Roger Frei Zugang zu Dachterrassen und Penthouseetagen von Zürichs Hochhäusern gesucht und dort oben seine Grossbildkamera aufgebaut. Mit langen Belichtungszeiten von bis zu zehn Minuten hat er seine Nachtbilder einer Stadt aufgenommen, die an einigen Repräsentationsbauten erkennbar ist und die dennoch leicht entrückt wirkt. Dieses nächtliche Zürich wirkt so urban und uferlos als wäre es eine us-amerikanische Metropole und zugleich so still und menschenleer wie eine Filmkulisse nach dem Dreh: die Schweinwerfer gleissen noch, doch die Darsteller sind bereits gegangen.

Diese lichtdurchwirkte Menschenleere ergibt sich durch die langen Belichtungszeiten. Bewegte Objekte verschwinden. Die zahllosen Autos, die durch das abendliche Zürich fahren, lösen sich gleichsam auf, nur ihre Scheinwerfer und Rücklichter legen sich als Leuchtspuren über die Fahrbahn.

Und doch wirken die Bilder nicht nächtlich, sie wirken eher wie aus der Zeit gefallen. Ein Eindruck, der durch die eigentümliche, luzide Farbigkeit verstärkt wird. Winterkahle Bäume schimmern grün neben den bernsteingelben Lichtschneisen der Strassen; Es sind Bilder einer angehaltenen Zeit.       ( Alice Henkes, Kunst Zürich 13 )

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